Doktoraffe

Sloterdijks Affe

»Sloterdijks Affe« behandelt im Kern das Buch »Die schrecklichen Kinder der Neuzeit« (vom Verlag als großangelegte ›Kulturkritik‹ eingeordnet) des Philosophen Peter Sloterdijk, und begegnet den Rezensionen der bekanntesten Feuilletons (FAZ, Die ZEIT, SPIEGEL, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel). Ergänzt wird »Sloterdijks Affe« durch 22 weitere Satiren, Glossen und Kolumnen, die sich überwiegend als ›Schmähungen des zeitgenössischen Feuilletons und seiner kulturkritischen Attitüde« klassifizieren lassen. Wir begegnen Kulturkritikern und einem Literaturpapst, befassen uns mit Sekundärliteratur zu Arno Schmidt und würdigen einen Dokumentarfilm zum Autor des Zitates »Mein Herz gehört dem Kopf«. Weitere Themen sind Forrest Gump, der ›moderne‹ (das verheißt selten Gutes!) Blick auf Michael Kohlhaas, neurowissenschaftliche snapshots zu einem Buch von Mark Solms, Gaucksches Denklähmungsgift, die Totalüberwachung unserer Tage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet … und vieles mehr. Das Buch ist als paperback im Format 130 x 190 mm erschienen und hat 148 Seiten Inhalt. (Titelei und Inhaltsverzeichnis hier als PDF)

Hamlet: Do you see yonder cloud that’s almost in shape of a camel?
Polonius: By the mass, and ’tis like a camel, indeed.
Hamlet: Methinks it is like a weasel.
Polonius: It is backed like a weasel.
Hamlet: Or like a whale?
Polonius: Very like a whale.

Die obige Textstelle aus Hamlet bezieht sich auf den Artikel zu Peter Sloterdijk und wurde angeregt von Richard Dawkins (Der blinde Uhrmacher)

Aus dem Klappentext: Beim Flanieren durch die Weltgeschichte ist in der letzten Zeit wieder einiges an Heinrich Nordpols Anzug hängengeblieben. Es sind, wie im ersten Band auch, winzigkleine Bruchstücke eines Geschehens, die zum geflickten Anzug Nordpols passen, und umgekehrt – man kann dem Vogelschiss ohnehin nicht ausweichen, trotz vorhandenem Geschick und ahnungsvoller Vorsicht. Was in diesem Band an Notizen versammelt ist, flog wie eben jener Vogelschiss jäh und ohne Vorwarnung auf Nordpols weiße Weste, und Nordpols Kompassnadel fühlte sich unwiderstehlich angezogen von Impulsen, die um ihn herum kursierten. I’m not scared, sagte ihm die vertraute Stimme der Jugend, die er nicht mehr besaß. (Es ist) schwer, nicht zu verzweifeln, aber (es ist) möglich. Wir können die Botschaften Nordpols vielleicht am besten als Briefe begreifen, die keinen bestimmten Adressaten haben. Nordpol gibt jedoch die Hoffnung nicht auf, dass es eines Tages irgendwo jemanden gibt, der gerne einen solchen Brief bekommen würde und ihn deshalb auch lesen wird. Ein Herr Hans Wollschläger schrieb einmal: »Irgendwann trifft dann jemand darauf und empfängt daraus die Tröstung, dass er selber nicht der erste und einzige seiner Sonder-Art ist, sondern dass es schon vor ihm Gleichwertige gegeben hat.«
Und es gibt eine weitere Ähnlichkeit, die angesichts des vorangegangenen Satzes nicht verwundert: »Ich schreibe nun allerdings mit sehr wenig Rücksicht auf eingeübte Vermittlungserwartungen der Leserschaft … Die gedruckte Literatur bietet Lesern die Möglichkeit, am Denken und Fühlen fremder Individuen teilzunehmen, und da gibt es keine Forderungen, sondern, im Falle der Antipathie, nur den stillen Verzicht …« 
Erstaunlich einfache (und wahrhaftige) Gedanken eines Menschen, der sich u.a. mit so komplizierten Dingen beschäftigt hat wie Übersetzungen von James Joyce »Ulysses«, des Gesamtwerkes Edgar Alan Poes beispielsweise, in Zusammenarbeit mit seinem Mentor Arno Schmidt.
Beim Überfliegen seiner eigenen Exzerpte fiel Nordpol noch auf, dass die meisten Texte als Schmähung einer gängigen ›Kulturkritik‹ aufgefasst werden können, deren Ziel es offenbar ist, das jeweilige Ziel großräumig zu verfehlen. Oder, um noch eine schöne Bemerkung Hans Wollschlägers zu zitieren: »Den Linguisten (ersetzen Sie bitte verlustfrei durch ›Kulturkritiker‹) wird es ja sicher noch gelingen, den ganzen Weltlauf auf die Formel ›Karlchen fährt Roller‹ zu reduzieren.«