Cover MS

Mondspargel

»Mondspargel« – 488 Seiten, 12x19cm, Softcover, betitelt nach einer Skulptur von Max Ernst. Das 5. Buch (bei ›Tunkan‹) ist soeben erschienen (18. Oktober 2013). 
Aus dem Klappentext: Die »Wolkow-Zyklen« beinhalten folgende Textsammlungen: »Wanja Wolkow und der Mond« (Erzählerisches), »Aufzeichnungen aus dem Koffer« (Kurzprosa), »Determination« (Gedichte), »Über das Wesen des Mondspargels« (Essay), »Portraits« (Skizzen), »Discounter-Blues« (Marktstudien), »Lauschangriffe in der Opelkantine« (Verstreute Nachrichten aus der Welt des Fußballs), »Die n-te Welt« (Mitteilungen an eine unsichtbare Muse), »Heinrich Nordpol’s erschütternde Weltbilder VOL. II (Ergänzungen zu Band I), »Anhang«. (Titelei und Inhaltsverzeichnis hier als PDF)

Hör-/Leseproben vorgetragen von Franca Pilz

»Mondspargel« heißt eine Gipsplastik von Max Ernst. Der Autor hatte das Vergnügen, dieser berühmten Skulptur in einer Wanderausstellung zu begegnen, und auf »dumme« Gedanken zu kommen. »Flausen« eben – der Autor nahm seine Empfindungen zum Anlass, endlich mit dem schlechten Gewissen eines Dichters aufzuräumen, der mit dem latenten Vorwurf leben muss, ein ›Träumer‹ zu sein; wir gehen der Sache auf den Grund und beweisen, dass die Welt ohne ›Traumfabrik‹ (ob individuell im eigenen Kopf oder von fremden Mächten industrialisiert; im Guten wie im Bösen also) zusammenbricht. Die Liebe zum Mondspargel ließ ihn nicht mehr los; er meditierte darüber und kam zu einigen Schlussfolgerungen über die wahrscheinlichen Ursachen der Faszination, die in einem Essay festgehalten wurden. Der aufmerksame Leser wird nach Lektüre dieses Buches die Symbolik des »Mondspargels« vielleicht besser verstehen. Jedenphalls hat das phantastische Gebilde die Schirmherrschaft über einige zentrale Wesenszüge des Wolkow-Werkes übernommen. Weitere Erklärungen zum Phänomen »Mondspargel« finden sich an verschiedenen Stellen der vorliegenden Textsammlungen.

»Hüte deine Träume; die der Weisen sind nicht so schön wie die der Narren!« 
Charles Baudelaire

»Call any vegetable, call it by name
Think of a vegetable, and the chances are good
That the vegetable will respond to you«
Frank Zappa

»Popoloch«
Kurzer E-Mail-Wechsel mit Jaro*
TUNKAN: »… Analog zum vielbemühten ›Straßenfußballer‹ sollten wir, wenigstens ab und zu mal zur Erbauung, zurückkehren zum ›Straßenpo-eten‹ … gestern aufgeschnappt, bei offenem Arbeitszimmerfenster mit Blick auf den Hinterhof, zwei hinter einem Gebüsch spielende Kinder (sozusagen ›verdeckte Ermittler‹): »Ey, ich hab‘ dein Popoloch gesehn.«
JARO: »Wer aus sich kein Hehl macht, empört; so sehr habt ihr Grund, die Nacktheit zu fürchten! Ja, wenn ihr Götter wäret, da dürftet ihr euch eurer Kleider schämen!« (F. Nietzsche)
TUNKAN: »Ach, der Friedrich … In einem Brief an seine Mama (er schickt ihr seine Wäsche!) vom 29. Mai 1866 schreibt er: »Die Kiste packt mit Vorsicht aus. Es ist nicht alles Wäsche, was stinkt.«
JARO: »… Geld wird es kaum gewesen sein … Ich sage ostentativ: Das war die Luft damals.«

* Achim Jaroschek, Drummer und Pianist